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Stadtwerke für Bedburg!?

Ein Thema, welches von grüner Seite im Zuge der Haushaltsdebatte mehrmals angesprochen, jedoch nie wirklich aufgegriffen wurde, ist die Gründung von eigenen Stadtwerken. Bedburger Stadtwerke, darin sehen wir Grüne durchaus Potential für Einnahmen, Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit für Bedburg. Zumindest sollte man eine Stadtwerks-Gründung genau prüfen, denn die Vorteile die eine Gründung böte, sind vielfältig.

Die Stadtwerke, wie wir sie uns vorstellen, würden Bedburgs Bürgerinnen und Bürger mit lokal erzeugtem, ökologischen Strom zu fairen Preisen versorgen. Im Allgemeinen sind Stadtwerke eigenständige Unternehmen, z.B. in der Form einer Anstalt des öffentlichen Rechts oder GmbH, sind jedoch eng mit der Kommune verknüpft sind und auch zur Stadtentwicklung beitragen können, indem sie z.B. Schwimmbäder unterhalten, das Leitungsnetz einer Stadt ausbauen, oder für Modernisierungen in Bereichen wie Straßenbeleuchtung sorgen. In Bedburg wurden vor kurzem Mittel aus dem Konjunkturpaket II für eine Erneuerung der Straßenbeleuchtung freigegeben; Dies hätte theoretisch bereits durch die Stadtwerke übernommen werden können.

Die weiteren Vorteile für Bürger(inne)n und Stadt liegen auf der Hand: Zunächst besteht die Möglichkeit durch Steuereinnahmen aus den Stadtwerken Geld in die kommunalen Kassen zu spülen. Darüber hinaus können die Stadtwerke zu Ausgaben verpflichtet werden, die sonst die Kommune zu tragen hätte.

Der Strom selbst könnte durch ein Stadtwerk-eigenes Blockkraftheizwerk lokal erzeugt und z.B. Bedburger Solaranlagenbesitzer(inne)n abgekauft werden. Außerdem kann auch über Kooperationen mit ortsansässigen Landwirten nachgedacht werden, um Biomasse herzustellen bzw. zu beziehen.

Somit wird auch der zweite Vorteil von Stadtwerken deutlich: Die Stadt hat selbst in der Hand wo und welcher Strom eingekauft und produziert wird. Das Geld für Aufträge oder den Einkauf und die Arbeitsplätze bleiben in der Region und die Kraftwärmekopplung, die Nahwärmeversorgung sowie die Erzeugung von Ökostrom könnte unterstützt werden.

Durch die Erzeugung von Fern- bzw. Nahwärme im Zusammenhang mit der Kraftwärmekopplung, könnte den Bedburger(inne)n auch Heizleistung angeboten werden.

Auch wären Stadtwerke verbraucherfreundlich und bürger(innen)nah: Dadurch, dass sie in kommunaler Hand liegen, ist eine faire Preisgestaltung durch Stadtwerke leichter realisierbar, als bei überregionalen Großunternehmen. Ferner ist Energiegewinnung durch lokale Solaranlagen oder Blockkraftheizwerke unabhängig vom überregionalen Strom-Markt und die Kosten für die Erzeugung sind stabil und überschaubar. Die Kosten für die Verbraucher könnten damit genau so stabil gehalten werden.

Eine Gründung von Stadtwerken wäre zunächst mit größerem Anfangs-Aufwand und -Kosten verbunden. Strom müsste zunächst auch von anderen Anbietern eingekauft werden. Jedoch könnte man in diesem Falle ebenfalls direkt Präferenzen setzen und selbst entscheiden, welcher Strom bezogen wird. Kommune und Stadtwerke sind darüber hinaus getrennte „Unternehmen“ und die Stadtwerke würden – einmal gegründet – den Haushalt nicht belasten, sondern ihre eigene Buchhaltung besitzen. Natürlich ist Startkapital von Nöten, doch Kreditgeber bzw. Investoren für ein lokales Energieunternehmen sind leichter gefunden, als bei anderen städtischen Vorhaben und Aufgaben. Ob die Idee von Bedburger Stadtwerken wirklich und im Detail erfolgversprechend ist, lässt sich von dieser Stelle aus, natürlich nicht sagen. Eine Prüfung in Auftrag zu geben könnte sich jedoch lohnen und in barer Münze auszahlen.